alte stimmen: Musik im Hospiz

Projektauftrag der Addy-von-Holtzbrinck-Stiftung. In Zusammenarbeit mit dem Hospiz Stuttgart.

Das Angebot "Musik im Hospiz" fand alle vier bis fünf Wochen im Hospiz Stuttgart statt. In Einzelbegegnungen und Hausmusiknachmittagen wurden neue Formen eine musikalischen Sterbebegleitung für Patienten und Angehörige erprobt. Aber Welche Rolle kann das Handwerk eines Komponist und Konzertpädagogen in einem solchen Umfeld überhaupt spielen? Vermag denn so jemand hier überhaupt etwas auszurichten? Nicht umsonst ist der Einsatz von Musik an einem solchen Ort in der Regel die Sache ausgebildeter Musiktherapeuten!

 

Der dritte Schauplatz dieses Projektes warf zu Beginn vor allem viele Fragen auf. Bei aller Ungewissheit und anfänglichen Unsicherheit gab es aber doch eine klare Richtung und einen inneren Leitfaden. Um es mit dem berühmten Zitat von Cicely Saunders, der Begründerin der Hospiz-Bewegung, zu formulieren: „Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben.“

Schnell wurde deutlich: Diese Arbeit unterscheidet sich ganz grundlegend von all meinen sonstigen Tätigkeiten. Sie ist grundsätzlich nicht planbar, es geht nicht um irgendwelche künstlerischen Zielsetzungen oder musikalischen Ansprüche, sondern einzig und allein um das jeweilige Gegenüber.

Das Programm wurde zunächst von Bernhard König allein bzw. zusammen mit Patrizia Birkenberg und Bettina Wackerbarth als musikalische Assistentinnen gestaltet. Im dritten Jahr (2012) wurden dann wechselnde Kolleginnen und Kollegen als Gastmusiker hinzugezogen.

Gastmusikerinnen und -musiker

Helmut Bieler-Wendt, geboren 1956, ist Komponist, Improvisator und freier Musikpädagoge. Kompositionsstudium bei Wolfgang Rihm incl. Lehrbefähigung SMP für Klavier. Seit 1998 leitet er Projekte zum Thema Akkulturation in der Jugendarbeit und seit 1999 Vermittlungsprojekte für allgemeinbildende Schulen in ganz Deutschland. Bieler-Wendt ist Vorsitzender des Instituts für Neue Musik und Musikerziehung in Darmstadt und Pädagogischer Mitarbeiter an der LWL-Bildungsstätte Jugendhof Vlotho.

 

 

 

Matthias Buck, geboren 1959, stammt aus Stuttgart, wo er bei Werner Keltsch Violine studierte. Darüber hinaus interessierte er sich schon früh für Jazz und lernte im Rahmen eines zweijährigen USA-Aufenthaltes Improvisation und Harmonielehre bei Gary Peacock. Seit 1987 gehört er zu den Ersten Violinen der Württembergischen Philharmonie Reutlingen. Daneben ist er regelmäßig im Jazz- und Studiobereich tätig. Als Konzertmeister des German Pops Orchestra arbeitete er u.a. mit Paul McCartney, Chris De Burgh, Paquito D´Rivera und André Heller. Seit 2007 ist er Mitglied der Hot Club Harmonists.

 

 

 

Margit Kern, aufgewachsen in der Nähe von Darmstadt, studierte Akkordeon bei Hugo Noth und bei Matti Rantanen an der Sibelius Akademie in Helsinki. Sie konzertiert in Solo-Recitals und als Kammermusikerin mit Konzertreisen in viele europäische Länder, in die USA und nach Süd-Korea. Eine rege Zusammenarbeit verbindet sie mit vielen KomponistInnen. Margit Kern lehrt an der Hochschule für Künste, Bremen im Fachbereich Musik.
www.margitkern.de

 

 

Klaus Kusserow studierte an der Musikhochschule Karlsruhe bei Andreas von Wangenheim, später an der Musikhochschule Stuttgart bei Prof. Johannes Monno, bei dem er im Februar 07 sein Studium mit dem Musiker Diplom beendete. Er konzertiert regelmäßig solo und im 1994 von ihm gegründeten „Duo Elethesia“ mit Violine bzw. Gesang. Obwohl er sich in nahezu jeder Stilrichtung zuhause fühlt, hegt er doch einerseits eine besondere Vorliebe für Barockmusik, andererseits für die Musik des 20. bzw. 21. Jahrhunderts, hier insbesondere für lateinamerikanische Musik. Besonders am Herzen liegt dem Gitarristen die musikalische Begleitung von Menschen, die mit dem Thema Abschied und Tod konfrontiert sind.
www.klauskusserow.de

 

 

Zwei Beispiel für die Arbeit im Hospiz

1) Ein schlichtes "Hospizlied", das erstmals 2012 beim Hospizfachtag in Stuttgart gesungen wurde und anschließend Verbreitung in verschiedenen regionalen Hospizen fand.

Hospizlied als Download.

2) Der Programmtext zu einer biographischen Komposition, die ich - unterstützt von den GastmusikerInnen Margit Kern, Bernhard Rißmann und Klaus Kusserow - gemeinsam mit einer Hospizbewohnerin entwickelte. Auf ihren Wunsch hin wurde das Stück dann auch nach ihrem Tod zu ihrer eigenen Abschiedsfeier gespielt. Dort wurde dann auch der nachfolgende Text verlesen.

Programmtext "Musik für Frau K."